Kreditvertrag widerrufen: Frist und Vorgehen
Kreditvertrag widerrufen in der Schweiz: Wann die 14 Tage beginnen, wie Sie schriftlich vorgehen und was bei bereits ausbezahltem Geld zu klären ist.
Aktualisiert am · Budgetcredit

Bei erfassten Verträgen gilt ein schriftlicher Widerruf innert 14 Tagen
Art. 16 des Konsumkreditgesetzes erlaubt, den Antrag zum Vertragsschluss oder die Annahmeerklärung innerhalb von 14 Tagen schriftlich zu widerrufen. Die Frist beginnt, sobald die Vertragskopie erhalten wurde. Zuerst ist zu prüfen, ob das KKG und das entsprechende Widerrufsrecht auf Ihren Vertrag anwendbar sind. Für jeden beliebigen Privatkredit gilt diese Frist nicht automatisch.
Ein Widerruf ist etwas anderes als das Zurückziehen einer unverbindlichen Anfrage oder eine spätere vorzeitige Rückzahlung. Wenn Sie erst allgemeine Konditionen besprochen haben, kann der Stand ein anderer sein als nach einem unterschriebenen Vertrag. Klären Sie deshalb, welche Erklärung Sie abgegeben haben und welche Unterlagen Ihnen bereits zugestellt wurden.
Den Fristbeginn anhand der Unterlagen feststellen
Notieren Sie, wann Sie die Kopie des betreffenden Vertrags erhalten haben. Ein Datum auf einem Werbeangebot oder der Zeitpunkt des ersten Beratungsgesprächs ist dafür nicht automatisch massgebend. Bewahren Sie Begleitnachrichten, Zustellinformationen und die Vertragsfassung auf. Sie helfen, die zeitliche Abfolge später nachzuvollziehen.
Wenn mehrere Dokumente vorliegen oder der Empfangszeitpunkt unklar ist, handeln Sie frühzeitig und lassen Sie die konkrete Frist prüfen. Warten Sie nicht auf eine informelle Rückmeldung, wenn dadurch Zeit verloren geht. Eine Bitte um Erläuterung ist nicht zwingend bereits eine eindeutige Widerrufserklärung.
Den Widerruf klar und nachweisbar erklären
Identifizieren Sie sich und den betroffenen Vertrag eindeutig. Schreiben Sie ausdrücklich, dass Sie Ihre Erklärung zum bezeichneten Kreditvertrag widerrufen. Datum, Vertragsreferenz und persönliche Angaben helfen bei der Zuordnung. Eine ausführliche Begründung ist für die Ausübung des gesetzlichen Widerrufsrechts nicht erforderlich.
Ein kurzer Ausgangstext kann lauten: «Hiermit widerrufe ich meine Erklärung zum bezeichneten Konsumkreditvertrag. Bitte bestätigen Sie den Eingang dieses Widerrufs und teilen Sie mir das weitere Vorgehen schriftlich mit.» Ergänzen Sie die eindeutige Vertragsbezeichnung und Ihre Unterschrift. Dieser Text ersetzt keine Prüfung, ob das Recht im konkreten Fall besteht.
Ein unterschriebener Brief mit aufbewahrter Kopie und Versandnachweis ist ein nachvollziehbarer Weg. Verlassen Sie sich nicht ausschliesslich auf einen Telefonanruf oder eine beiläufige Chatnachricht. Ob eine bestimmte elektronische Übermittlung die gesetzlichen Formanforderungen erfüllt, sollte im Zweifel fachlich geklärt werden. Eine Eingangsbestätigung zusätzlich anzufordern ist sinnvoll.
Welche Übergabe die Frist wahrt
Nach Art. 16 ist die Frist gewahrt, wenn die Widerrufserklärung am letzten Tag der Frist der Kreditgeberin oder der Post übergeben wird. Dokumentieren Sie deshalb die Übergabe. Prüfen Sie die richtige Empfängerin im Vertrag; eine Vermittlerin ist nicht in jedem Fall automatisch die richtige Adressatin für sämtliche rechtlichen Erklärungen.
Für koordinierte Kredite über eine Schwarmkredit-Vermittlerin enthält das Gesetz besondere Bestimmungen. Wenn Ihr Vertrag eine solche Struktur hat, verwenden Sie nicht ungeprüft den Ablauf eines einzelnen Bankdarlehens. Die Beteiligten und der passende Empfänger müssen aus den Unterlagen klar hervorgehen.
Was bei bereits ausbezahltem Geld gilt
Der Widerruf bedeutet nicht, dass Sie bereits erhaltenes Geld behalten dürfen. Für ein vor dem Widerruf ausbezahltes Darlehen verweist Art. 16 auf Art. 15 Abs. 2 und 3. Danach ist die empfangene Summe nach den dort geregelten Modalitäten zurückzuzahlen; Zinsen und Kosten werden nicht geschuldet. Die konkrete Abwicklung sollte schriftlich geklärt werden.
Überweisen Sie nicht unkoordiniert an eine unbekannte Kontoverbindung aus einer Nachricht. Lassen Sie sich Empfänger, Referenz und Zahlungsplan über den verifizierten Kontakt des Kreditgebers bestätigen. Bei finanzierten Waren, Dienstleistungen oder Leasing sieht das Gesetz eine andere Verweisung vor; hier ist eine gesonderte Prüfung erforderlich.
Wenn die Widerrufsfrist abgelaufen ist
Nach Fristablauf können andere Rechte relevant sein, insbesondere die vorzeitige Rückzahlung. Dabei wird ein bestehender Vertrag früher erfüllt; das ist nicht derselbe Vorgang wie ein rechtzeitiger Widerruf. Holen Sie eine Abrechnung ein und prüfen Sie die Reduktion künftiger Zinsen und Kosten.
Wenn Sie einen Rechtsmangel vermuten, sollten Sie den Vertrag fachlich beurteilen lassen. Stellen Sie Zahlungen nicht allein aufgrund einer allgemeinen Internetinformation ein. Ein Streit über den Vertrag und die Fälligkeit laufender Zahlungen müssen konkret eingeordnet werden. Bewahren Sie sämtliche Korrespondenz auf.
Vor einer neuen Finanzierung hilft es, den ursprünglichen Grund für den Widerruf festzuhalten: zu hohe Kosten, unpassender Betrag oder unklare Bedingungen. Der Kreditvergleich und ein vollständiges Budget können verhindern, dass dieselbe Unsicherheit beim nächsten Angebot wieder entsteht.
Häufige Fragen
Muss ich den Widerruf begründen?
Für die Ausübung des gesetzlichen Rechts nach Art. 16 KKG ist keine ausführliche Begründung erforderlich. Die Erklärung und der betroffene Vertrag müssen klar sein.
Reicht ein Anruf?
Das Gesetz verlangt Schriftlichkeit. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf eine telefonische Mitteilung.
Darf ich bereits ausbezahltes Geld nach dem Widerruf behalten?
Nein. Die empfangene Darlehenssumme muss nach den anwendbaren gesetzlichen Modalitäten zurückgezahlt werden.
Quellen und Stand
Stand: 13. Oktober 2026. Massgebend sind die geltenden Vorschriften, die individuelle Prüfung und die Vertragsunterlagen.
Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung führt. Eine Budgetberechnung ist eine unverbindliche Indikation und kein Kreditangebot.


